Der Sommer kam mir dazwischen…

Wickelpullover petrol

Über meine Jerseyweiterbildung habe ich ja mehrfach berichtet. Allerdings habe ich noch lange nicht alles umgesetzt, was ich dort gelernt oder mir vorgenommen habe. Diese Jacke ist eigentlich eher ein Wickelpullover. Aber ich mag Pullover-Jacken total gern. (Im Berndeutschen sprechen wir dann von einem “Jäggli”.) Kombiniert mit einem Shirt erlaubt mir dieses Jäggli, mich dem wechselnden Wärmeempfinden anzupassen. Sitze ich draussen, fröstelt es mich auf einmal, gehe ich laufen, wird es mir warm. Gerade im Herbst ist es oft an der Sonne noch warm aber im Schatten ist die Luft bereits kühl. Für mein Erleben hatten wir diesen Sommer bei uns oft warmes bis heisses Wetter und ich vermisste keine zusätzlich wärmende Schicht. Vor wenigen Wochen hatten wir aber bei uns einen markanten Kälteeinbruch zu verzeichnen und da war ich auf einmal motiviert, endlich dieses Wickeljacken Projekt anzugehen. Der Stoff lagerte bereits seit Wochen in meinem Schrank und einen passenden Jersey fürs Futter hatte ich auch gefunden. Die tollen Magnetverschlüsse bekam ich von einer lieben Kurskollegin geschenkt. Sie näht Kunst auf eine ganz besondere Art und Weise. Echt beeindruckend! Ich finde die Magnetverschlüsse perfekt zu diesem Schnitt. Damit keine Verwirrung aufkommt: diesen Knit Knit von Hamburger Liebe gibt es in dieser Farbe tatsächlich nicht. Aufgrund des Schnittes benötigte ich ganze drei (!) Meter Stoff und den habe ich mir online bestellt. Obwohl ich erst nach Fotos googelte und die Farben miteinander verglich, war ich schlussendlich vom gelieferten Stoff enttäuscht. Er war heller als angenommen. So habe ich alle ökologischen und finanziellen Argumente weggeschoben und den Stoff kurzerhand in der Waschmaschine gefärbt. Jetzt ist er perfekt und ich bin froh, hab ich’s gewagt. Die Stoffqualität ist wirklich toll und auch diese Strickoptik gefällt mir so gut. Jetzt ist auch die Farbe perfekt!

Alles Liebe
Christine

Wickelpullover

 

Tunika und Hose zur Geburt

Shirt und Hose

Anlässlich einer Geburt habe ich für die grosse Schwester des Babys was genäht. Gewünscht war eine grüne Cordhose nach diesem Schnitt, welche ich schon einmal kleiner in pink genäht habe und sich offensichtlich bewährt hat. Die Tunika ergänzt nun die Hose und ich hoffe sehr, sie gefällt. Das Kriterium bunt erfüllt sie jedenfalls ;-) Diese Kleider kommen mir so klein vor. Aber Grösse 98 trägt ja ein gut zwei Jahre altes Kind. Ja, meine Prinzessin ist im Vergleich schon so gross! Wie schnell die Zeit doch vergeht. So sehr ich im Kopf weiss, dass ich diese Zeit mit den Kindern geniessen sollte, gelingt es mir doch nicht recht. Mein ältester Sohn begann gerade sein letztes Schuljahr. Wo sind all die Jahre geblieben? Es geht mir zu schnell und gleichzeitig erinnere ich mich daran, dass die Kleinkindphase einfach auch sehr eine anstrengende Zeit ist. Ich mag es je mehr meine Kinder ein Gegenüber und selbständig sind und die Windelphase fehlt mir kein bisschen! Aber wenn ich dann ein kleines Baby sehe, werde ich doch wehmütig. Die Kleinen sind so süss und duften ganz besonders, wie nur Babys eben duften. Viele Erinnerungen kommen hoch… Und ja, es dreht sich dann nicht um die durchwachten Nächte oder Schmerzen bei der Geburt ;-) Sondern ich denke z.B. an diese Laute, “nürzen” nennen wir das, wie nur Babys es tun. Oder ich erinnere mich, wie es sich anfühlt mein Baby im Tragetuch zu tragen, ganz nahe bei mir, jede Regung zu spüren und ihm Geborgenheit und Nähe zu geben. So schnell ist diese intensive Zeit vorbei und sie sind zu gross, um noch auf den Schoss genommen zu werden… Eben alles zu seiner Zeit, den Moment wahrnehmen und geniessen!

Schnitt Tunika: Ottobre Herbst 2016
Schnitt Hose: Ottobre Frühling 2007

Ich wünsche allen einen ganz schönen Sonntag!
Christine

08/15 Projekte…

Sommerroeckli pink 1

Es ist zur Zeit leider viel zu ruhig hier auf meinem Blog! Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht genäht habe die letzten Wochen. Im Gegenteil, wenn immer möglich sitze ich an der Nähmaschine und nach ein paar Tagen ohne Nähen vermisse ich es bereits. Während meinem Jerseykurs habe ich vorwiegend für mich Kleider genäht. Das war schon lange nicht mehr der Fall. ;-) Oft nähe ich das, was die Kinder gerade am dringendsten benötigen. Diese Liste wurde natürlich immer länger während ich mich mit dem Kursinhalt auseinandersetzte und dem Priorität gab. So ist jetzt in den letzten Wochen einiges für die Kinder entstanden. Allerdings mehrheitlich 08/15 Schnitte und keine spannenden Herausforderungen… Aber es ist mir nun mal wichtiger, dass die Kinder die Teile tragen wollen und Freude daran haben. Zwischendurch schiebe ich dann ein Projekt dazwischen, welches mich reizt und meine Hirnzellen wieder etwas herausfordert. Zum Beispiel möchte ich lernen, wie man Seife selber herstellt. Also ich meine nicht, einfach aus Seifenflocken Seifen zusammenkneten sondern von Grund auf die Fette und Öle mit der Lauge vermischen. Ich habe mich bereits eingelesen und die Zutaten bestellt. Nun warte ich auf das nächste Zeitfenster mit günstigen Umständen :-D Ich bin sehr darauf gespannt!
Von ein paar Stücken der letzten Wochen sind doch noch einzelne Fotos entstanden, welche ich nun hier zeigen will:

Der Schnitt von diesem pinkigen Sommerröckli wäre eigentlich ursprünglich als Nachthemd gedacht. Aber ich fand es als Sommerröckli für heisse Tage genauso passend…
Schnitt Ottobre Winter 2009, Modell 38

Die Shirts der Jungs sind immmer nach dem selben Schnitt aus Ottobre Frühling 2014, Modell 38, hier mit gekürzten Ärmeln und der Plott ist eine Eigenkreation meines Mannes.

Aus dem beschichteten Scherenschnittstoff gab’s noch eine Tasche nach eigenem Schnitt zum Verschenken:

Scherenschnitttasche

Ich hoffe, ihr könnt alle auch ein wenig Sommer geniessen!
Alles Liebe
Christine

 

Homedress aus Eispusteblumen

Homedress 2

Die Eispusteblumen von Lillestoff haben es mir sofort angetan und diesen Stoff musste ich einfach bestellen, sobald er auf dem Markt erschien. Kürzlich las ich irgendwo von einer Stoffdiät. Da sollte ich wohl auch mitmachen… :-D Aber die Eispusteblumen blieben nicht lange in meinem Schrank liegen. Schon lange wollte ich mir eine Trainerhose mit passendem Jäckchen dazu nähen. Für dieses Projekt passten mir die Eispusteblumen total. Pusteblumen allgemein haben es mir angetan und mittlerweilen kommt es mir vor, als wäre ich lange nicht die Einzige… Den Schnitt für die Hose habe ich einer gekauften Hose abgenommen, welche ich sehr mochte. Da aber bei dieser die Elastanfäden unhöflich herausblitzten habe ich sie gerade aufgetrennt, um den Schnitt möglichst genau abzunehmen. Für die Sweatjacke benutzte ich als Grundlage meinen Shirtgrundschnitt aus dem Jerseykurs und zeichnete mir die Details nach meinen Vorstellungen. Die vorderen seitlichen Verschnittnähte würde ich ein nächstes Mal wohl noch etwas mehr gegen die Mitte verschieben und ernsthaft in Erwägung ziehen, das Rückenteil auch entsprechend aufzuteilen. Aber mit der Paspel gefallen sie mir sehr gut!

Ja, für mich fühlt es sich total gut an nach dem Wochenende (Auffahrtbrücke) liegt das Wochenende vor uns und das Wetter ist einfach perfekt!
Lasst es euch gut gehen und geniesst den Frühsommer!
Alles Liebe
Christine

 

Sommerliches Knotenshirt

Knotenshirt

Nach meinem kuschligen Hoodie geht’s nun gerade mit dem Kontrastprogramm weiter :-D Mein Knotenshirt ist hochsommerlich ärmelfrei. (Ja, ich finde, der Sommer darf kommen!!!) Zum Thema Raffungen/Asymmetrie war es unsere Aufgabe, dieses Shirt zu nähen. Erst lernten wir an Beispielen im Massstab 1:4, wie man Raffungen konstruiert. Ach, das liebe ich! Ich finde Raffungen so toll aber bis jetzt war das nie vereinbar mit einem Schnitt, welcher mir sitzt. Jetzt weiss ich wie und kann bei meinem Grundschnitt Raffungen einbauen wo und wie ich will. :-) Klar, da ich meine Shirts gerne luftig trage, kommen halt vorallem Längsfalten in Frage. Aber da gibt es auch zahlreiche Varianten und ich weiss schon, welche ich als erstes umsetzen möchte… Die Konstruktion dieses Knotenshirts erarbeiteten wir im Unterricht bei Unique direkt an unserem Grundschnitt. Klar, so ein besonderer Schnitt gefällt und passt niemals allen Kursteilnehmern. Aber wer es nicht mochte, konnte auch nur den oberen Teil nähen. Es war uns zudem freigestellt, ob wir das Shirt mit oder ohne Ärmel nähen wollten. Erst wollte ich kurze Ärmel und entschied mich beim Start der Konstruktion spontan, es dem vorgezeigten Modell gleichzutun und nur Träger zu zeichnen. Beim Zuschneiden war ich heilfroh um diese Entscheidung, denn mein Viskosejersey war sehr knapp bemessen. Die Falten im Vorderteil fordern halt entsprechend mehr Stoff und so musste ich Vorder- und Rückenteil versetzt auflegen. Den Ausschnitt im Rücken würde ich ein nächstes Mal noch vertiefen. Für meinen Geschmack liegt er für diese hochsommerliche Variante zu hoch. Positiv überrascht bin ich von der Verarbeitung des Armloches. Bisher habe ich bei Trägershirts die Armlöcher immer eingefasst. Diesmal habe ich mich auf die Variante der Kursleiterin eingelassen und einen Zentimeter Zugabe einfach umgelegt und mit der Zwillingsnadel abgesteppt. (Logisch, mit einer Cover sieht das dann noch besser aus…) Aber es klappte auch mit der Zwillingsnadel ganz gut und sieht ordentlich aus. Diese Art der Verarbeitung erfordert natürlich einiges weniger an Zeit. Aber ich mag es halt auch, dass die Einfassung die Stoffkanten jeweils verstärkt. Für mich kommen nach wie vor beide Verarbeitungsmöglichkeiten in Frage.

Soweit ich weiss, sollen uns ja jetzt die nächsten Tage wieder etwas wärmere Temperaturen begleiten ;-)
Habt einen guten Start in die neue Woche!
Christine