Bedrucken, bemalen, bekleben

Seit meiner Kindheit beschäftigt mich immer wiederkehrend dieses Thema, Stoffe oder Gegenstände zu gestalten mit mir liebgewordenen Motiven. Ich mag mich noch gut erinnern, wie ich als angehender Teenager mit Pinsel und Stofffarbe den Lucky Luke auf ein Shirt gemalt habe. In der 9. Klasse trug ich völlig aus der Reihe tanzend aus einem alten, blau eingefärbten Leintuch genähte Hosen, welche mir jemand auch mit Stoffarben bemalte. Sie waren total auffällig, ein bisschen schräg aber vollkommen einzigartig.

Leintuchhosen bemalt

Später haben wir uns Calvin and Hobbes auf unser Teamshirt gemalt. Es war einfach toll, ein Motivshirt zu tragen, das für mich Bedeutung hatte und zudem niemand sonst dasselbe trug. Jedes Stück war ein Unikat. Handgemacht. Die Herstellung war sicher aufwändig und anspruchsvoll. Es brauchte eine ruhige Hand und Geschick, um Motive mit dem Pinsel und Stofffarbe aufzumalen. Fehler wurden bei dieser Technik allerdings nicht verziehen. Die Möglichkeiten, Gegenstände zu personalisieren und zu gestalten sind heute grösser denn je. Wenn ich mir bei Flyeralarm im Shop ansehe, was man alles bedrucken lassen kann, entfacht dies in mir wieder diese alte Leidenschaft. Mit meinem Plotter und dem entsprechenden Material habe ich heute unzählige Varianten, nun selber mit Vinyl ein Firmenlogo auf Türen oder Kaffeemaschine zu kleben oder zu Hause die Toilettentür :-D zu verschönern.

Mit permanentem Vinyl kann man sogar ein Auto beschriften, mit Thermotransferfolie Stoff “bekleben”, aus Stoff Applikationsvorlagen schneiden oder auch Folie bedrucken und mit dem Bügeleisen auf den Stoff transferieren. Mich fasziniert dies einfach! Als ich meiner Tochter diese gepunktete Tunika nähte, dachte ich erst an ein ganz schlichtes Oberteil. Ich ergatterte dieses Reststück Stoff und wollte es möglichst schnell verarbeiten bevor es in meinem Stoffschrank abtaucht. Während dem Nähen gingen mir diese weissen Hibiskusblüten einfach nicht mehr aus dem Kopf. Vor meinem inneren Auge zierten diese so hübsch diese schlichte Tunika, dass ich nicht anders konnte, als dieses innere Bild umzusetzen:

Schnitt: Ottobre Frühling 2010, Model 34
Plott: Buchstabe aus gratis Hibiskusschrift, Transferfolie glatt weiss

Alles Liebe!
Christine

Grundschnitt Shirt

Grundschnitt Shirt

Nun bin ich soweit und zeige hier mein erstes Shirt, welches ich im Basislehrgang Jersey bei Unique gezeichnet und danach genäht habe. Zu Beginn des Kurses haben wir uns gegenseitig ausgemessen und anhand unserer Masse den Grundschnitt Shirt gezeichnet. Diesen mussten wir anschliessend aus einem vorgegebenen Viskosejersey nähen. Ehrlich gesagt beneide ich ein wenig diejenigen, welche danach ohne grosse Änderungen in ihre Shirtproduktion übergehen konnten… Ich musste noch ein paar Extrarunden drehen bis der Schnitt war, wie er jetzt sitzt. Einerseits mag ich Shirts nicht anliegend tragen und anderseits hat meine Figur/Körperhaltung ein paar Tücken… Jetzt steht aber meiner neuen Garderobe nichts mehr im Weg! (Ausser mein Zeitbudget…)
Bei diesem Shirt hier aus “Farn Kombi blau” von Lillestoff habe ich mal klassisch mit Rundhalsausschnitt begonnen. Unterdessen haben wir aber schon einige andere Ausschnitt-Varianten wie auch den Raglanschnitt konstruieren gelernt. Ich werde bestimmt ein paar davon noch umsetzen! Zu diesem Stoff musste für mich ein Plott einfach sein und ich habe mich für “be free to be me” aus dem Silhouette Store entschieden.

Machts gut!
Christine

Petrolfarbiger Pullover mit Schneemaedchen

Schneemaedchen Pulli 3

Bei uns ist es weiss! Der Winter hat richtig Einzug gehalten. Draussen ist es bitterkalt, ein eisiger Wind fegt durch die Strassen und überall liegt Schnee. In unseren Höhenlagen gibt es nicht jedes Jahr soviel Schnee, dass wir den Vorplatz unseres Hauses mit der Schneeschaufel freiräumen müssen… Doch dieses Jahr können wir uns nicht beklagen! Die Kinder können Schlitten fahren und genug Schnee für Schneemänner und Burgen hätte es auch. Aber dafür ist es zur Zeit gerade zu kalt und der Schnee lässt sich nicht formen. Passend zum Winter zeige ich euch heute meinen frisch genähten Schneemädchen Pullover. Mittlerweilen habe ich seit drei Jahren einen Schneideplotter und ich arbeite oft und gerne damit und doch gibt es immer wieder Neues auszuprobieren! An einen mehrfarbigen Plott habe ich mich bis jetzt nicht getraut. Ich habe einmal ein zweifarbiges Logo aufgebügelt und glatt die Folie verbrannt. Nun gab es bei Alles für Selbermacher im Adventskalender ein wunderschönes Schneemädchen Design und ich musste es nochmals versuchen, mit mehreren Folien ein Sujet zu bügeln. Zu meiner Freude hat es geklappt! Der Pullover ist aus einem Reststück entstanden und jetzt mit dem glitzrigen Mädchen wirklich toll aufgewertet!

Ich hoffe, ihr könnt auch ein bisschen Schnee geniessen?
Alles Liebe
Christine

Schneemädchen Plott gibt es hier

Schnitt Pullover: Ottobre Winter 2008, Modell 36

Turnbeutel

Mein Sohn war der Meinung, dass sein Turnbeutel mit Cars nun definitiv nicht mehr aktuell sei. Da sich der Bändel an einer Stelle löste, liess ich mich gerne auf dieses Projekt ein und nähte ihm nach seinen Vorstellungen einen neuen. Er durfte ganz allein mit Papa ins Kino. Der Kung Fu Panda stand auf dem Programm. Logisch, dass dieser dann aufs Turnseckli musste. Mit den Möglichkeiten des Schneideplotters stellt dies ja eigentlich gar kein Problem dar. Allerdings machte mein Bügeleisen leider einen Kurzurlaub auf dem Plott und dies kann man nun auch unauslöschlich sehen… Bis jetzt kam ich gut mit dem Bügeleisen zurecht, wenn es darum ging, Thermotransferfolie zu fixieren. Aber das letzte Projekt liegt gerade ein paar Wochen zurück und es scheint, dass ich meine Tochter etwas nachahme mit dem Löcherbecken im Kopf. (Sie erklärte mir kürzlich, sie habe ein Löcherbecken im Kopf und da würden die neu gelernten Buchstaben einfach so wieder rauspurzeln :-D ) Ja, ich konnte mich nicht mehr erinnern, wie lange ich jeweils bügeln musste, um das beste Ergebnis zu erhalten und habe leider zu lange gewartet… Aber ich habe vermutlich die Masse des Beutels etwas klein gewählt und ich kann mir denken, dass der Kung Fu Panda auch bald einmal nicht mehr so aktuell ist ;-) Ich wollte unbedingt mal die Variante ausprobieren ohne Ösen und stattdessen in der Seitennaht Schleifen einnähen. Dies funktioniert ganz gut! Wahrscheinlich sehen Ösen ein wenig stylischer aus (dies der Wortschatz meines Teenies ;-) ) aber dafür sind sie auch anfälliger… Warten wir mal den Praxistest nach den Frühlingsferien ab…

So, ich hoffe sehr, die nächsten Fotos lassen nicht so lange auf sich warten. Am Nähen liegt es nicht, davon kann ich nicht genug bekommen und mache es auch in jeder freien Minute ;-)
Alles Liebe
Christine

Silhouette Curio Praxistest 4: Score & Emboss

Ich komme schon ans Ende meiner Curio Testserie. Leider waren in meinem Testzeitraum die Werkzeuge für die Techniken Prickeln und Gravieren sowie das Tiefenmesser in Europa nicht erhältlich. Daher kann ich über diese neuen Möglichkeiten des Silhouette Curio auch nichts berichten. Im folgenden Video erhält man aber noch einen kurzen Einblick ins Bearbeiten von dicken Materialien:

Ich habe noch die Score & Emboss Technik ausprobiert. Dabei wird neben der Prägelinie mit dem Messer das Papier zusätzlich fein angerizt. Dieses Ritzen verstärkt die Wirkung der Prägelinie. Erst habe ich nochmals den Bären als Sujet gewählt für diese Technik. Aber sowohl beim original Silhouette Score & Emboss Papier als auch bei meinem Tonkarton gab es Stellen, wo sich durchs Ritzen wie die oberste Papierschicht ein bisschen löste:

baer gerizt und gepraegt

baer gerizt und gepraegt nah

Mit einem Schriftzug als Motiv und dickem Perlpapier habe ich es beinahe hinbekommen, dass alle Linien schön sind. Beim “t” sieht man eine feine Abweichung aber ansonsten ist es gelungen. Beim blauen Tonkarton habe ich es nicht hinbekommen. Es fällt auf, dass es immer enge Stellen sind, wo sich durchs Ritzen die oberste Papierschicht ein kleines bisschen löst. Es lohnt sich, diese Technik mit verschiedenen Papieren auszuprobieren!

Mir persönlich gefällt nun von all den getesteten Varianten “drucken und prägen” (Variante 4) am Besten. Durchs Prägen bekommt das Motiv etwas einen dreidimensionalen Effekt und wird dadurch aufgewertet und die Farbe macht das Motiv deutlicher sichtbar als nur eine Prägelinie.
Ich danke Brack an dieser Stelle fürs Testgerät und wünsche allen viel Spass beim kreativen Schaffen und Ausprobieren der neuen Möglichkeiten des Curio!
Liebe Grüsse
Christine