Wenn die Musse wieder kommt…

Manchmal laufe ich Gefahr, in der Hitze des Alltags alles nur noch zu erledigen und möglichst vieles reinzupacken – leider auch kreative Dinge wie Nähen oder Backen. In diesem Modus bleibt dann schnell mal die Freude daran auf der Strecke. So sind Ferien für mich eine sehr gute Gelegenheit, solche Muster zu durchbrechen und siehe da – da kommt auf einmal die Musse wieder! So habe ich jetzt in den Skiferien mehrmals Lust gehabt auf was Gebackenes und mich schlussendlich wieder in die Küche aufgemacht. Jetzt zur Fasnachtszeit sehen die Zigerkrapfen in den Auslagen der Grossverteiler in meinen Augen immer so lecker aus. Aber hausgemacht ist eben nicht dasselbe wie vom Supermarkt… So kam mir auf einmal die Idee, mit Äpfeln und Ricotta, gewürzt mit Zimt selber süsse Krapfen zu backen. Eigentlich ganz eine einfach Sache und auch in der Küche einer Ferienwohnung problemlos umsetzbar. Ich liebe Ricotta und mag den leicht süsslichen Geschmack von diesem Frischkäse. Bis jetzt habe ich ihn aber irgendwie nicht so mit süssen Rezepten in Verbindung gebracht.

Gut, für meine Krapfen bin ich folgendermassen vorgegangen:
250g Ricotta
2 Äpfel in kleine Stücke schneiden und etwas mit Zitronensaft marinieren
3 EL Zucker
Zimt nach Belieben
Alle Zutaten werden nun zu einer Masse vermischt.
Danach wird ein rechteckiges Stück Blätterteig in acht kleine Rechtecke geschnitten. Die Masse wird jeweils auf der einen Rechteckhälfte positioniert, dann das Rechteck zusammengefaltet und die Ränder mit einer Gabel zugedrückt. Zum Schluss werden die Krapfen mit Ei bestrichen und mit Zimtzucker bestreut. Danach ab in den Ofen mit ihnen für ca. 18 Min. bei 180 Grad Umluft…
Es war lecker und hat uns so geschmeckt – das wiederholen wir! :-D

Am Rande erwähne und zeige ich nun gerne auch noch was Genähtes. Viel zu sagen dazu gibt es nämlich nicht… Ich habe mir für den Skiurlaub noch zwei passende Pullover genäht. Einmal gab es ihn mit halsfernem Kragen aus Fleece und einmal ohne Kragen aus Sommersweat in dunkelm petrol. Der Schnitt hat eine leichte Oversize Form und ist entwickelt aus meinen Shirt Grundschnitt. Die Stoffe kommen natürlich von Lili und Mo :-D

Ja, nun ist Schluss für heute ;-)
Machts gut!
Christine

Taschenliebe

seitlich braun

Ja, meine Liebe zu Taschen bleibt ungebrochen :-D
Bald startet wieder einer meiner Taschenkurse und dafür musste natürlich ein neues passendes Anschauungsbeispiel her ;-)
Diesmal sind die Farben der hochformatigen Tasche so gewählt, dass sie hoffentlich zu vielen Jackenfarben passt… Soll man sich darüber Gedanken machen? Ich weiss es auch nicht. Aber irgendwie finde ich es dann doch störend, wenn man nicht eine neutrale Jackenfarbe trägt und die Tasche in ihren Farben nicht dazu passt. Sehen wir es doch einfach positiv, dies ist ein gutes Argument für mehr als eine Tasche :-D Kennt ihr das Lied von Peter Reber über „ds Handtäschli vo dr Frou“? Ich finde es total amusant über dieses Thema ein Lied zu schreiben und seine Gedanken diesbezüglich eigentlich noch interessant!
Die petrolfarbene Tasche passt zum Glück gut zu meiner Jacke und weil ich halt Farben und schöne Muster mag, ist das meine neue Tasche! Aufgrund der Breite dieser Tasche und der Art und Weise der Träger besteht die Tendenz, dass sich die Tasche beim Tragen etwas zu einer Banane formt. Deswegen habe ich eine Zwischenschicht aus „Soft and Stable“ (Einlage aus ganz dünnem Schaumstoff, welcher noch von einem Gewebe umgeben ist) eingearbeitet. Bei der hochformatigen Tasche verwendete ich nur eine Einlage von Vliesline (H250).
Welche Nähprojekte liegen unter eurer Nähmaschine? Näht ihr auch Deko? Osterdeko?
 Ich würde mich freuen über eure Kommentare!

Alles Liebe euch!
Christine

 

Kleidvariationen die zweiten

Tja, ich bin total im Hintertreffen :-D Aber: Ich will die Kleider einfach noch zeigen!
Denn ich hab’s schon im letzten Post angedeutet, dass ich für mich auch ein Kleid genäht habe. Eigentlich war ich ziemlich überzeugt, dass meine Figur und ein Kleid sich nie wirklich vertragen werden. Klar, anziehen kann man noch vieles aber ob es dann auch steht? Auf jeden Fall haben wir im Jerseymodul 2 das Thema Kleid bearbeitet (Echt, damals habe ich noch geschwitzt wegen der Wärme!! Wer kann sich das heute bei diesem miesen Wetter vorstellen? :-D ) und so habe ich versucht für mich herauszufinden, ob es eine Schnittführung gibt, welche auch mir stehen würde. Wirklich Ahnung von Stilberatung hab ich leider nicht. Ehrlicherweise habe ich vorwiegend Elemente zusammengewürfelt, welche mir halt gefallen. Klar war mir eigentlich nur, dass die schmalste Stelle am Körper betont werden sollte. Tadaa, das ist dabei herausgekommen:

Den herrlich dunkelvioletten Viskosejersey habe ich von hier. Ach ja, und da mein Dreiecktuch nun endlich auch fertig geworden ist, schlich sich das auch gleich noch mit auf ein Bild ;-)

Die Ronja Kleider aus dem letzten Post werden sehr geschätzt und so gesellte sich kurzerhand noch ein drittes dazu. Diesmal habe ich mit aufgesetzten Taschen experimentiert – auch ein Thema aus meiner Jerseyweiterbildung. Zudem habe ich das Kleid über der Brust geteilt, um den gemusterten Stoff etwas “einzurahmen”. Das Ergebnis ist wieder völlig was anderes als die anderen zwei Lieblingsstücke und doch ist es unverändert der selbe Schnitt. Ich finde das sehr spannend, wie sich ein und derselbe Schnitt so vielfältig umsetzen lässt! Da kann man sich richtig kreativ austoben…

Die Stoffe habe ich natürlich von Lili und Mo.

Ich wünsche euch allen eine wunderschöne Adventszeit und hoffe, ihr seid besser darauf vorbereitet als ich… ;-)
Alles Liebe
Christine

 

 

Cuff me’s selfmade

Ronjakleid

Es ist wohl oder übel eine Tatsache, dass sich das Shirtwetter langsam aber sicher rar macht. Nähtechnisch bedeutet dies, dass ich nun nicht mehr nur am Shirts nähen bin ;-)  Ich bin zum Thema “Kleid in Variationen” übergegangen :-D Das Modell für mich muss ich allerdings erst noch fertigstellen. (Ich bin bereits bei Version 3 angelangt und hoffe, dass ich jetzt dann schnitttechnisch zufrieden bin damit!) Aber ich habe auch zwei Kleider genäht und verschenkt. Dank der Anprobe von einem fremden Nähbeispiel erwies es sich zufällig, dass der Schnitt Ronja von Pattydoo gefällt und auch passt. Das war meine perfekte Ausgangslage! Wir waren uns schnell einig, dass die stark taillierte Schnittführung vom Schnitt Ronja nicht optimal zur Linienführung des Körpers passte. Deswegen habe ich also die Taille etwas gegen oben verlegt und die Kurven ein wenig abgeflacht. Sicherheitshalber habe ich vom korrigierten Schnitt aus einem verschmähten aber qualitativ hochwertigen Jersey noch ein Probestück genäht. Es passte zu unserer Freude hervorragend! Erstaunlich schnell waren zwei passende Stoffe gefunden: Der rötlich-auberginefarbene Jersey mit Zickzacklinien von Swafing und ein Reststück vom Jaquard „Oh yes“ von Hamburger Liebe. Jetzt war der Moment gekommen für eine Idee, welche ich schon eine Weile mit mir rumtrage: Cuff me’s selfmade! Eigentlich finde ich ja die Cuff me’s von Hamburger Liebe total cool und so eine gelungene Idee. Aber ich muss zugeben – in mir schlummert ein Perfektionist. Der Gedanke, dass man die seitliche Bündchennaht spüren und allenfalls sogar etwas hervorblitzen sehen könnte, störte mich einfach immer ein wenig. Nun hat mir eine liebe Fee Cuff me’s nach meinen Wünschen gestrickt und ich finde sie einfach perfekt! Sie weisen keine störende seitliche Naht auf und mit dem mitgestrickten Silberfaden und der gehäkelten Spitze mit Perlen besitzen sie auch das gewisse Etwas.

alles_ronja_kleid

Beim zweiten Kleid habe ich das schlichte Zickzacklinien Muster des Stoffes ergänzt mit der Applikation von Blütenblättern, dem Aufnähen von Perlen und dem Aufbügeln des Blütenstängels aus Transferfolie. Diesmal habe ich die Elemente von Hand ausgeschnitten. Aber eine Digitalisierung der Blüte würde dann auch das Schneiden mit dem Plotter ermöglichen… Bei diesem Kleid sind die Manschetten ein besonderer Hingucker. Für alle, welche gerne auch sowas nähen möchten, biete ich im November einen Jerseykurs an. Alle weiteren Details findet man direkt in der Kursausschreibung!
Macht’s gut!
Christine

Herbstlich süsse Traubenlichter…

Lichterkette

Bei uns saust ein herbstlicher Wind um die Ecken und der Himmel ist grau bedeckt. Wehmütig denke ich an die letzten äusserst sonnigen Tage zurück und vermisse das goldene Sonnenlicht… Jetzt ist wieder die Zeit gekommen, sich mit Kerzen und stimmungsvollem Licht das Zuhause gemütlich zu gestalten. Solche kreativen Arbeitsprozesse helfen mir auch ein wenig über meinen Sommerabschiedsschmerz…
Kürzlich waren wir in einem ganz originellen Restaurant zu Gast und bestaunten dort eine Lampe, welche aus zwei Sägeblättern zusammengebaut war. Die Innenflächen waren vergoldet und eine ganze Szene wurde auf den Blättern eingeätzt. Durch das Licht kam die goldene Innenseite sehr schön zur Geltung und flutete schlieslich durch all die kleinen Öffnungen der eingeätzten Figuren. Ich getraute mich nicht, dieses Kunstwerk einfach so zu fotografieren und hier zu veröffentlichen. Aber es hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit der Lampe auf diesem Bild hier:

goldene Lampe

Wenn ich so kreative Arbeiten anderer bestaune, kribbelt es mich in den Fingern und in meinem Kopf entstehen schnell mal eigene Ideen. Metall ätzen ist jetzt weniger mein Fachgebiet aber mit dem Plotter Papier bearbeiten – da komme ich ins Schwärmen! :-D Bei Lampenwelt habe ich eine romantische Lampe entdeckt, welche mich zu meinen Lampenschirmchen inspiriert hat. Lange zögerte ich in Bezug auf die Farbwahl – weiss wäre halt einfach zu allem passend und zusammen mit dem Licht sehr stimmungsvoll. Aber den Tag durch kommen farbige Lampenschirmchen wiederum besser zur Geltung. Angelehnt an all die Trauben, welche jetzt reich behangen Fassaden und Gärten zieren, entschied ich mich schlussendlich für eine Kombination aus violett und grün. In einem ersten Schritt laminierte ich das eher dünnere Schreibpapier, damit es robust und dauerhafter wird. Aus unterschiedlichen Designs und Einzelelementen setzte ich mir meine ganz eigenen Lampenschirmchen für meine Lichterkette zusammen und liess sie vom Plotter schneiden. Zugegeben, das Ablösen der vielen kleinen Teilchen von der Schneidematte war echt mühsame Arbeit. Aber es hat sich gelohnt! Jetzt ziert mein Wohnzimmer eine stimmungsvolle Lichterkette in Erinnerung an süsse, violette Trauben…

Wie ist es bei euch? Fällt euch der Abschied vom Sommer auch so schwer?
Ich wünsche euch warme, stimmungsvolle Wohnzimmermomente!
Christine